UAR Working Paper No. 17 (Reitz)

Effects of TVET on the well-being of youth from low socioeconomic backgrounds. Evidence from the Don Bosco Technical Institute in Ashaiman, Ghana, UAR Working Paper No. 17
Reitz, Christina

Von politischen Entscheidungsträgern im globalen Süden als ein Instrument zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und Armut wahrgenommen erlebt die berufliche Bildung seit einem Jahrzehnt eine Renaissance. Während die wissenschaftliche Forschung ihren Schwerpunkt auf die (makro)ökonomischen Effekte richtet und es kaum qualitative empirische Untersuchungen von Wirkungen einer Berufsbildungsteilnahme auf der Individualebene gibt, bietet diese Arbeit eine umfassende Perspektive auf berufliche Bildung durch die Untersuchung der Effekte einer Berufsbildungsteilnahme auf das allgemeine Wohlergehen Jugendlicher mit einem schwachen sozioökonomischen Hintergrund. Die Erkenntnisse dieser Arbeit basieren auf indikativen Daten einer Feldstudie, welche im Jahr 2014 durchgeführt wurde, und auf persönlichen Interviews mit Berufsbildungsabsolvent/innen des Don Bosco Technical Institute in Ashaiman, Ghana, und Arbeitgebervertretern aus der Industrie zwecks Datentriangulation fußt.

Schlüsselwörter: Berufliche Bildung, Wohlergehen, Jugend, Ghana, Don Bosco Technical Institute

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The strong nation-state and violence, UAR Working Paper No. 16
Tischmeyer, Christian

Unsere Welt ist noch immer extrem gewalttätig. Das steht in scharfem Gegensatz zu Elias‘ Zivilisierungsprozess, einer kontinuierlichen Befriedung der Gesellschaft in der Moderne. Genau diejenige Organisation, welche diese gesellschaftliche Befriedung vorantreiben soll, der moderne Staat, ist selbst zentraler Grund der andauernden Gewalt. Tatsächlich sind die meisten der berüchtigten Massaker, Genozide und ethnischen Säuberungen der Moderne gar nicht denkbar ohne eine so effektive Organisation wie den starken Staat. Ich möchte diesen Zusammenhang verdeutlichen, unter Anwendung eines historisch-institutionalistischen Ansatzes, aus einer gegenüber etablierten Ordnungen kritischen Perspektive. Moderne Staatlichkeit wird als zugeschriebene Eigenschaft verstanden, abhängig von Bedingungen einer ‚internationalen Gemeinschaft‘. Diese Zuschreibung beruht auf fünf Dimensionen von Staatstätigkeit. Ein Staat gilt als stark, wenn seine Leistung in folgenden Bereichen anerkannt wird: Monopol der Rekrutierung, direkte Besteuerung, bürokratische Organisation, Förderung der formellen Wirtschaft und Aufrechterhaltung der inneren Ordnung. Da die Erfüllung dieser Aufgaben auf direkter Herrschaft beruht, sind starke moderne Staaten zwangsläufig Nationen. Mit Hilfe eines akteurszentrierten Gewaltkonzepts werde ich untersuchen, inwiefern Gewalt für Schaffung und Erhalt dieser Ordnungen notwendig ist. Ich schlussfolgere, dass Nationalstaaten eine institutionelle Neigung zur Ausübung von Massengewalt haben. Um also weniger Gewalt zu erreichen muss jenseits dieser politischen Ordnung gedacht werden.

Schlagwörter: Moderne Staatlichkeit, starker Staat, Nationalstaat, Gewalt, ethnische Säuberung, historisch-institutionalistisch, Herrschaftskritik.

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Konfliktpräventive Anpassung - Fallstudie Niger, UAR Working Paper No. 15
Langerwisch, Jörg

Obwohl ein wissenschaftlicher Konsens darüber besteht, dass sich das Klima der Erde verändert, ist sich die Wissenschaft unsicher darüber welche Auswirkungen die Veränderungen klimatischer Parameter auf die Entstehung von Konflikten haben wird. Diese Studie zeichnet die kausale Kette zwischen dem Klimawandel und der Entstehung von Konflikten anhand des Konfliktfaktors der Degradation natürlicher Lebensbedingungen nach. Dabei besteht die zentrale Idee der vorliegenden Studie darin, die Entstehung der Konflikte, ausgelöst durch den Klimawandel, unter Anwendung einer konfliktpräventiven Anpassung an den Klimawandel zu verhindern. Hierbei setzt diese Konfliktprävention bereits in der Konzeption der nationalen Anpassungsstrategien der Least Developed Countries an. Diese National Adaptation Plans stehen im Zentrum der Studie und werden in ihrer Funktionsweise durch die Komponenten der Konfliktprävention erweitert. Diese konzeptionelle Weiterentwicklung wird anhand der Fallstudie Niger angewendet und erste Pfade in der konfliktpräventiven Klimawandelanpassung in dem Land aufgezeigt.

Schlagworte: Klimawandel, Klimawandelanpassung, National Adaptation Plan, Konflikt, Konfliktprävention, Least Developed Countries, Niger

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Why do Wine Producers seek a Fairtrade Certification? Perspectives from the Western Cape, South Africa, UAR Working Paper No. 14
Fusenig, Mirjam

Die Fairtrade-Bewegung in der südafrikanischen Weinindustrie ist einzigartig, da sie im Jahr 2003 aus einer Initiative lokaler Produzenten entstand. Seitdem hat die Anzahl der Fairtrade-zertifizierten Weingüter stetig zugenommen. Die Einbeziehung von Lohnarbeiter-Plantagen in das Fairtrade-System hat zur wissenschaftlichen Diskussion geführt. Forschungsergebnisse zu Perspektiven der Manager solcher Plantagen gibt es allerdings wenige. Daher hat diese Studie das Ziel, die Motivation südafrikanischer Weinproduzenten für den Erwerb einer Fairtrade-Zertifizierung zu untersuchen. Die Studie basiert auf einem konzeptuellen Rahmen, der sich aus Isomorphismus und Legimitationsstrategien zusammensetzt – Bestandteile zweier Theorien, die oft zur Analyse der Sozial- und Umweltberichterstattung von Unternehmen eingesetzt werden. Die Haupterkenntnis dieser Studie unterstützt jene Thesen, die besagen, dass der Faire Handel auf den gleichen Marktkräften beruht wie der konventionelle Handel. Zwar wurde Fairtrade in der südafrikanischen Weinindustrie von lokalen Produzenten initiiert, doch haben nach und nach internationalen Importeure die Macht übernommen. Es bleibt fraglich, ob solch erzwungene Standards zu einer nachhaltigen Veränderung der Weinindustrie führen können.

Schlüsselwörter: Fairtrade, Isomorphismus, Legitimität, Organisatorisches Verhalten, Soziale Verantwortung, Südafrika, Weinindustrie

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Paving the Way for Investment in Geothermal Power Deployment in Developing Countries, UAR Working Paper No. 13
Adisorn, Thomas

Geothermie-basierte Stromproduktion ist einzigartig, beispielsweise aufgrund geringer Emissionen und gleichzeitiger Bereitstellung von Grundlastelektrizität. Einige Entwicklungsländer haben enorme geothermische Potenziale und sind somit in der Lage, klimaneutralen Strom für ihre wachsenden Ökonomien und Bevölkerungen bereitzustellen. Allerdings erschweren Barrieren die Umsetzung von geothermie-basierter Stromproduktion. Im Zuge der Studie wurden folgende Barrieren bestimmt: Finanzierungsbarrieren, institutionelle Barrieren und Unsicherheit, Mangel an Humankapital, Informationsbarrieren und sozialer Widerstand. Durch Literatur-gestützte Analyse für die Fallstudien Indonesien und Kenia, die bereits über enorme geothermische Kapazitäten verfügen, werden Handlungsoptionen identifiziert, die dazu beitragen, die genannten Barrieren zu überwinden. Folglich bietet diese Studie Empfehlungen v.a. für Entwicklungsländer, um geothermie-basierte Stromproduktion umzusetzen und damit einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten.

Keywords: Geothermie-basierte Stromproduktion, Klimawandel, Entwicklungsbarrieren, Investitions- und Politikrahmen, Indonesien, Kenia, Entwicklungsländer

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