Local-International Relations and the Recalibration of Peacebuilding Interventions Insights from the ‘Laboratory‘ of Bougainville and Beyond, INEF-Report 112
Boege, Volker / Rinck, Patricia / Debiel, Tobias

Der Report sieht die Mikro-Ebene des Post-Conflict Peacebuilding als zentrale Untersuchungsdimension für externe Interventionen an. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Beziehungen und Interaktionen internationaler und lokaler Akteure. Welche Änderungen ergeben sich hinsichtlich ihrer Perzeptionen, Erwartungen, Einstellungen und Aktivitäten im Verlauf dieser Interaktionen? Können wir Erfahrungen und Mechanismen identifizieren, die zu einer Neubestimmung von Beziehungen und Interaktionen führen? Kommt es folglich zu einer Neujustierung der gesamten Peacebuilding-Unternehmung, so etwa mit Bezug auf mehr (oder weniger) Kooperation, mehr (oder weniger) wechselseitigem Vertrauen, mehr (oder weniger) Animositäten und Missverständnisse, und mehr (oder weniger) Legitimität? Eine vertiefende Fallstudie zu Bougainville behandelt diese Fragen. Sie basiert wesentlich auf narrativen, problemzentrierten Interviews mit internationalen und lokalen Akteuren, die im entsprechenden Peacebuilding-Prozess engagiert waren bzw. noch sind. Bougainville wird dabei als eine Art “Laboratorium” betrachtet, in dem international-lokale Beziehungen und Interaktionen ziemlich unmittelbar stattfinden, denn nationale Institutionen spielen hier eine vergleichsweise geringe Rolle, und externe Akteure kamen auf Einladung nicht nur nationaler, sondern auch lokaler Akteure vor Ort. Die explorative Studie zu Bougainville wird ergänzt durch eine Plausibilitätsprobe zu Sierra Leone, wo sich in vielerlei Hinsicht abweichende oder entgegengesetzte Ausgangsbedingungen finden.

INEF-Report Heft 111/2016

Terrorism: Undefinable and Out-of-Context? Reconceptionalizing Terrorism as a Context-Specific Tactical Tool, INEF-Report 111
Hippler, Jochen

Die wissenschaftliche Forschung zu und die Diskussion über “Terrorismus” leiden immer noch an dem mangelnden Konsens darüber, wie der Begriff und damit das Forschungsfeld überhaupt definiert werden sollten, an der oft vagen und widersprüchlichen praktischen Begriffsverwendung, an der Politisierung des Begriffs und seiner Verwendung als politische Diskreditierungsfloskel und daran, den Terrorismusbegriff aus den politischen Kontexten zu lösen, die terroristische Praktiken hervorbringen. Der Report untersucht diese konzeptionellen Schwächen der Terrorismusforschung und formuliert im ersten Teil einige Vorschläge, wie mit ihnen umgegangen werden sollte. Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass bei der Analyse von Terrorismus die politischen Kontexte in Mittelpunkt stehen sollten, die ihn hervorbringen. Dies wird am Beispiel von Bürgerkriegen und gewaltsamen Aufständen illustriert, die dafür von besonderer Bedeutung sind. Die Studie kommt zum Schluss, dass Terrorismus keine Ideologie ist, keine Kategorie der Kriegführung, nur selten eine Strategie, sondern in der Regel ein taktisches Instrument, das im jeweiligen politischen Kontext analysiert werden muss.

INEF-Report Heft 110/2016

Assessing Business-Related Impacts on Human Rights. Indicators and Benchmarks in Standards and Practice, INEF-Report 110
Tromp, Dylan

Die vorliegende Studie möchte einen Beitrag dazu leisten, dass Staaten, Unternehmen und andere Akteure ihre Politik und Praxis der Achtung von Menschenrechten durch Unternehmen gestalten können. Hierzu schlägt die vorliegende Studie konkrete, auf grundlegenden Prinzipien basierende Indikatoren vor, mit denen die menschenrechtlichen Auswirkungen von Handlungen abgeschätzt werden können, an denen Unternehmen beteiligt sind. Darüber hinaus identifiziert die Studie zahlreiche verschiedene Kontexte, in denen die Anwendung der Indikatoren dazu beitragen kann, staatliche Maßnahmen zum Schutz von Rechteinhabern zu stärken, sowohl was Recht, Rechtsprechung, Politik, Regulierung oder auch die Mitwirkung in multilateralen, internationalen und regionalen Organisationen anlangt. Zudem zeigt die Studie auch auf, wie die Indikatoren angewandt werden können, um existierende privatwirtschaftliche Ansätze der Umsetzung von Unternehmensverantwortung zum Schutz von Menschenrechten zu stärken, vor allem im Hinblick darauf, wie menschenrechtliche Risiken und Auswirkungen eingeschätzt werden können, die aus unternehmerischem Handeln und wirtschaftlicher Verflechtung entstehen können.

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