Wirtschaftsförderung in Post-Konflikt-Ländern (Forschungs- und Beratungsprojekt „Instrumente und Verfahren der deutschen EZ in Post-Konflikt-Situationen“ - Project Policy Paper)
Palm, Reinhard

Wirtschaftsförderung spielt eine zentrale Rolle, damit Post-Konflikt-Länder nicht in einem Teufelskreis von Armut und sich wiederholenden Konflikten verharren. Dieses Policy Paper analysiert den Stand der konfliktsensiblen Ausrichtung von Wirtschaftsfördervorhaben in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und macht Vorschläge zu der instrumentellen Weiterentwicklung. Viele Vorhaben haben gute Beispiele erarbeitet, wie die Konfliktdimension in die Wirtschaftsförderung integriert werden kann. Dabei werden oft die klassischen Grenzen der Instrumente überschritten und instrumentelle Neuerungen erprobt. So entsteht zum Beispiel ein weiterentwickelter Maßnahmentyp des „beschäftigungsintensiven Wirtschaftsaufbaus“, bei dem in beschäftigungsfördernder Weise Infrastrukturmaßnahmen mit dem Ziel der Wirtschaftsförderung durchgeführt werden. Zudem integrieren einige Vorhaben aus dem Infrastrukturbereich die Förderung der einheimischen Wirtschaft mit innovativen Ansätzen in das Projektkonzept. Neben den vielen guten Ansätzen werden aber auch Chancen nicht genutzt. Es fehlt die Aufarbeitung der guten Ansätze und eine Strategie, diese Erfahrungen in die Breite zu tragen. Die konfliktsensiblen Analyseinstrumente in der deutschen EZ haben wirtschaftliche Faktoren nur beschränkt aufgenommen. Sie sollten besser miteinander verzahnt werden und ökonomisch fortentwickelt werden. Beratung und Ausbildung sind der eigentliche Schlüsselfaktor zur konfliktsensiblen Ausrichtung der Vorhaben und werden noch zu wenig in den Projektalltag aufgenommen. Mit der Neugestaltung der Institutionenlandschaft in der deutschen EZ besteht die Chance, die konfliktsensible Ausrichtung von Wirtschaftsfördervorhaben zu verbessern, indem mit einem verbesserten Methodenmix die Beratung durch Personelle Zusammenarbeit, Training und Austausch ergänzt wird. Ein kohärentes Beratungsangebot der Technischen Zusammenarbeit (TZ) aus einer Hand kann auch effektiver mit Investitionen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) zu einer konfliktsensiblen Wirtschaftsförderung zusammengeführt werden.


Erscheinungsort: Duisburg

Erschienen: März 2012

Seiten: 32

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