Policy Paper März 2012

Wirtschaftsförderung in Post-Konflikt-Ländern (Forschungs- und Beratungsprojekt „Instrumente und Verfahren der deutschen EZ in Post-Konflikt-Situationen“ - Project Policy Paper)
Palm, Reinhard

Wirtschaftsförderung spielt eine zentrale Rolle, damit Post-Konflikt-Länder nicht in einem Teufelskreis von Armut und sich wiederholenden Konflikten verharren. Dieses Policy Paper analysiert den Stand der konfliktsensiblen Ausrichtung von Wirtschaftsfördervorhaben in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und macht Vorschläge zu der instrumentellen Weiterentwicklung. Viele Vorhaben haben gute Beispiele erarbeitet, wie die Konfliktdimension in die Wirtschaftsförderung integriert werden kann. Dabei werden oft die klassischen Grenzen der Instrumente überschritten und instrumentelle Neuerungen erprobt. So entsteht zum Beispiel ein weiterentwickelter Maßnahmentyp des „beschäftigungsintensiven Wirtschaftsaufbaus“, bei dem in beschäftigungsfördernder Weise Infrastrukturmaßnahmen mit dem Ziel der Wirtschaftsförderung durchgeführt werden. Zudem integrieren einige Vorhaben aus dem Infrastrukturbereich die Förderung der einheimischen Wirtschaft mit innovativen Ansätzen in das Projektkonzept. Neben den vielen guten Ansätzen werden aber auch Chancen nicht genutzt. Es fehlt die Aufarbeitung der guten Ansätze und eine Strategie, diese Erfahrungen in die Breite zu tragen. Die konfliktsensiblen Analyseinstrumente in der deutschen EZ haben wirtschaftliche Faktoren nur beschränkt aufgenommen. Sie sollten besser miteinander verzahnt werden und ökonomisch fortentwickelt werden. Beratung und Ausbildung sind der eigentliche Schlüsselfaktor zur konfliktsensiblen Ausrichtung der Vorhaben und werden noch zu wenig in den Projektalltag aufgenommen. Mit der Neugestaltung der Institutionenlandschaft in der deutschen EZ besteht die Chance, die konfliktsensible Ausrichtung von Wirtschaftsfördervorhaben zu verbessern, indem mit einem verbesserten Methodenmix die Beratung durch Personelle Zusammenarbeit, Training und Austausch ergänzt wird. Ein kohärentes Beratungsangebot der Technischen Zusammenarbeit (TZ) aus einer Hand kann auch effektiver mit Investitionen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) zu einer konfliktsensiblen Wirtschaftsförderung zusammengeführt werden.

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Die Besonderheiten der Post-Konflikt-Situationen Lateinamerikas (Forschungs- und Beratungsprojekt „Instrumente und Verfahren der deutschen EZ in Post-Konflikt-Situationen“ - Project Working Paper No. 4)
Kurtenbach, Sabine

In den lateinamerikanischen Nachkriegs- und Post-Konflikt-Gesellschaften überlagern, überschneiden und verstärken sich nicht bearbeitete Konfliktursachen mit Risikofaktoren für soziale und kriminelle Gewalt. Die Entwicklungszusammenarbeit muss sich mit den Ursachen und Dynamiken der Gewaltphänomene auseinandersetzen. Diese stellen nicht nur Rahmenbedingungen dar, sondern gefährden und untergraben die wenigen Fortschritte auf dem Weg zu Armutsbekämpfung und politischer Demokratisierung. Die folgende Studie versteht sich als Plädoyer für eine differenzierte Herangehensweise an die aktuellen Gewaltphänomene der Region. Es werden zunächst einige zentrale Charakteristika der Situation in lateinamerikanischen Nachkriegs- und Post-Konflikt-Gesellschaften dargestellt und in Verbindung mit anderen Entwicklungstrends gesetzt. Vor diesem Hintergrund werden dann Kontinuität und Wandel der Gewalt analysiert. Eine Verringerung der Gewalt wird nur dann gelingen, wenn deren Kontrolle mit rechtsstaatlichen Mitteln erfolgt, die politische Demokratisierung sozial verankert wird und die relevanten Akteure einen Konsens hierzu erzielen. Für interne und externe Akteure geht es letztlich darum, integrierte und langfristige Strategien zu entwickeln, mit deren Hilfe die sozialen und politischen Transformationsprozesse eine soziale Basis bekommen können.

Programmorientierte Gemeinschaftsfinanzierung: Implikationen für Post-Konflikt-Situationen (Literaturstudie) (Forschungs- und Beratungsprojekt „Instrumente und Verfahren der deutschen EZ in Post-Konflikt-Situationen“ - Project Working Paper No. 2)
Pech, Birgit

Das Working Paper fokussiert auf Programmorientierte Gemeinschaftsfinanzierung (PGF) als innovatives Finanzierungsinstrumentarium der EZ. Ziel dieses Beitrags ist es, auf Basis einer Literaturauswertung den Diskussionsstand und bisherige Erfahrungen mit PGF darzustellen und Implikationen für Post-Konflikt-Kontexte herauszuarbeiten. Ein besonderes Augenmerk gilt Multi Donor Trust Funds, die sich gerade in Post-Konflikt-Situationen zu einem wichtigen PGF-Instrument entwickelt haben.

'Instrumente' und 'Verfahren' der deutschen EZ in Post-Konflikt-Situationen: Konzeptpapier zum Begriffsverständnis (Forschungs- und Beratungsprojekt „Instrumente und Verfahren der deutschen EZ in Post-Konflikt-Situationen“ - Project Working Paper No. 1)
Leonhardt, Manuela/Pech, Birgit/Hilz, Markus

Die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für Instrumente und Verfahren der deutschen EZ in Post-Konflikt-Situationen bedarf zunächst der Präzisierung der Schlüsselbegriffe „Instrumente“ und „Verfahren“. In der entwicklungspolitischen Praxis werden beide Begriffe in durchaus heterogener Weise gebraucht. Das Konzeptpapier identifiziert und systematisiert diese unterschiedlichen Begriffsgebrauche in der entwicklungspolitischen Praxis und bettet dies in die jüngere internationale Debatte zu Instrumenten und Verfahren der Entwicklungszusammenarbeit mit Situationen von Postkonflikt und fragiler Staatlichkeit ein. Auf dieser Basis erfolgt eine praxisnahe und zugleich forschungspraktisch handhabbare Präzisierung des Untersuchungsgegenstands „Instrumente und Verfahren der deutschen EZ in Post-Konflikt-Situationen“.

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