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Die globale Flüchtlingskrise: Wie eine gerechte Antwort aussehen könnte (Globale Trends Analysen 03/2018)
B.S. Chimni

Mit dem Bestreben, Flüchtlinge sowie Migrantinnen und Migranten von ihren Territorien fern zu halten, entziehen sich die westlichen Nationen ihrer historischen und politischen Verantwortung, so die Analyse des renommierten indischen Migrationsforschers B.S. Chimni in der neuesten Ausgabe von GLOBALE TRENDS. ANALYSEN. Und nicht nur das: indem sie es den armen und ärmsten Ländern der Welt überlassen, mit der steigenden Zahl an Flüchtlingen umzugehen, lassen sie es zu, dass neue Krisenherde entstehen.

Chimni fordert deshalb eine gerechte Antwort der internationalen Gemeinschaft auf die globale Flüchtlingskrise. Diese könne nur in einer mehrgleisigen und mehrdimensionalen Strategie bestehen, die im Dialog aller Akteure und unter Berücksichtigung aller relevanten wirtschaftlichen und politischen Faktoren erarbeitet werden müsse.

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The Global Refugee Crisis: Towards a just response (Global Trends Analysis 03/2018)
B.S. Chimni

With their effort to keep refugees and migrants out of their territories, Western nations abdicate their historical and political responsibility, according to the analysis of the renowned Indian migration researcher B.S. Chimni in the latest issue of GLOBAL TRENDS. ANALYSIS. And what is more: by leaving it to the poor and poorest countries in the world to deal with the growing number of refugees, they allow new crises to emerge.

Chimni therefore calls for a just response from the international community to the global refugee crisis. Such a response could only consist of a multipronged and multidimensional strategy that has to be worked out in a genuine dialogue between all stakeholders taking into account all relevant economic and political factors.

Cover ave10 hunger safety net programme turkana

Hunger Safety Net Programme - Soziale Sicherung in Turkana County im Norden Kenias (AVE-Studie 10/2018)
Gaesing, Karin / Mahla, Anika

Viele extrem arme und hungernde Menschen fallen bei “normalen” Entwicklungsprojekten durchs Raster und können nicht von den angebotenen Maßnahmen profitieren. Seit 2008 hilft das “Hunger Safety Net Programme” im Norden Kenias diesen Menschen mit regelmäßigen Geldtransfers, ein menschenwürdiges Dasein zu führen und teilweise sogar, sich aus der Armut zu befreien. Karin Gaesing und Anika Mahla haben In Turkana County Arbeitsweise und Wirkungen des Programms untersucht und dabei auch beispielhaft Erfolgsgeschichten dokumentiert.

Cover zib-1-2018

Rechtfertigungen ernst nehmen! Syrien und das Veto im UN-Sicherheitsrat
Niemann, Holger

Seit 2011 ist der UN-Sicherheitsrat aufgrund von Vetos nicht in der Lage, aktiv in den syrischen Bürgerkrieg einzugreifen. Zwei Gründe sprechen dafür, die Rechtfertigungen dieser Vetos ernst zu nehmen: Erstens trägt eine Analyse von Rechtfertigungen zum Verständnis der sozialen Konstitution des Sicherheitsrats bei. Zweitens können Rechtfertigungen zur Politisierung der Situation genutzt werden, um von allen Beteiligten Gründe für das Versagen des gesamten Sicherheitsrats in der Syrien-Krise einzufordern. In diesem Blogbeitrag bezieht Holger Niemann die Überlegungen aus seinem Beitrag im neuen zib-Heft auf die aktuellen „Praktiken der Rechtfertigung im UN-Sicherheitsrat“.

Friedensgutachten 2018 cover

Liberal-demokratische Friedenskonzepte unter Druck
Bethke, Felix S. / Debiel, Tobias / Hartmann, Christof / Poppe, Annika E. / Schablitzki, Jan / Wolff, Jonas

Seit 2010 haben kriegerische Konflikte zugenommen, gesellschaftliche Sicherheit hat sich verschlechtert. In vielen Ländern sind Demokratisierungsprozesse gewaltsam gescheitert, Regierungen schränken Freiheitsrechte und zivilge-
sellschaftliche Handlungsmöglichkeiten ein.

Die Autoren analysieren in ihrem Beitrag zum Friedensgutachten 2018 wie Menschen- und Freiheitsrechte weltweit zunehmend unter Druck geraten und geben Empfehlungen wie diesem Trend auf der nationalen, regionalen und internationalen Ebene entgegengewirkt werden kann.

Alle Inhalte und Kapitel des Friedensgutachtens 2018 stehen hier zum Download zur Verfügung.

Friedensgutachten 2018 cover

Friedensgutachten 2018
Mehr Diplomatie – weniger Rüstungsexporte

Von einer stabilen und gerechten Friedensordnung ist die Welt gegenwärtig weit entfernt. Die Kriege etwa im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika fordern tausende Opfer und zwingen Menschen zur Flucht. Die gemeinsame Sorge für den Frieden auf dem Wege der internationalen Zusammenarbeit – beispielsweise in den Vereinten Nationen (UN) – wird von Konflikten überschattet. Von Deutschland und der Europäischen Union sind deshalb verstärkte Anstrengungen nötig, um Frieden in der Welt herzustellen und zu erhalten.

Das Friedensgutachten ist das gemeinsame Gutachten der deutschen Friedensforschungsinstitute (BICC / HSFK / IFSH / INEF) und erscheint seit 1987. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten untersuchen darin internationale Konflikte aus einer friedensstrategischen Perspektive und geben klare Empfehlungen für die Politik.

Im vergangenen Jahr wurden Format und Layout des Friedensgutachtens einem aufwendigen Reformprozess unterzogen.

Alle Inhalte und Kapitel stehen hier zum Download zur Verfügung.

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Wer sind die Ärmsten im Dorf? Mit dem ID-Poor-Ansatz werden die Armen in Kambodscha partizipativ und transparent identifiziert (AVE-Studie 9/2018)
Bliss, Frank / Hennecke, Rosa

Die Identifikation (Targeting) der (extrem) Armen ist ein Muss für eine gezielte und effiziente Unterstützung vor allem im Rahmen von sozialen Sicherungssystemen. Die Vermeidung von Inklusions- und Exklusionsfehlern stellt dabei eine Herausforderung da, zudem wird nur allzuhäufig Targeting in zu großen zeitlichen Abständen durchgeführt. Mit dem System ID Poor wurde in Kambodscha ein Verfahren entwickelt, das durch Partizipation an der Basis und Transparenz relativ wenige Inklusions- und Exklusionsfehler aufweist. Zudem erfolgt der Targeting-Prozess regelmäßig, bisher landesweit alle drei Jahre, und wie dieser INEF-Bericht zeigt, ist seit 2018 auch eine Nachidentifikation bisher nicht berücksichtigter armer Personen zwischen den Gesamterhebungen möglich.

Cover zib-1-2018

Praktiken der Rechtfertigung im UN-Sicherheitsrat: Von der Konstitution zur Koordination normativer Ordnungen durch das Veto
Niemann, Holger

Der Beitrag untersucht, wie die Syrien-Vetos im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen seit 2011 gerechtfertigt und kritisiert wurden. Er argumentiert, dass Ähnlichkeiten in den Argumentationen von Unterstützer_innen und Gegner_innen der Vetos auf eine Pluralität normativer Ordnungen im Rat verweisen. Der Beitrag zeigt auf, dass Vetos im Sicherheitsrat nicht nur Ausdruck klassischer Großmachtpolitik sind, sondern auch auf die normativen Fundamente des Rats verweisen. Mittels der Praxistheorie von Luc Boltanski analysiert der Beitrag die Ratsdebatten zu den SyrienVetos und identifiziert drei unterschiedliche normative Wertmaßstäbe, die auf mögliche normative Ordnungen verweisen. Es zeigt sich jedoch, dass weniger die inhaltliche Substanz der entsprechenden Rechtfertigungsordnungen, sondern vielmehr die Koordination ihrer Pluralität von konstitutiver Bedeutung für den Sicherheitsrat ist. Gerade weil normative Ordnungen umstritten und instrumentalisierbar sind, können sie diese Koordinationsfunktion entfalten.

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Ernährungssicherung: Eine entwicklungspolitische Bewertung ausgewählter Handlungsfelder (AVE-Studie 8/2018)
Mahla, Anika / Gaesing, Karin / Bliss, Frank

Obwohl die Landwirtschaft soviel produziert wie nie zuvor, hungern noch immer mindestens 815 Millionen Menschen. Dieser Herausforderung widmen sich auch zahlreiche Entwicklungsprojekte auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Die Studie von Anika Mahla et al. legt zunächst auf theoretischer Ebene die Ursachen von Ernährungsunsicherheit dar und gibt einen Überblick über die agrarentwicklungspolitischen Konzepte der letzten Dekaden. Abschließend werden wichtige Maßnahmen, wie die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit oder Landzugang im Kampf gegen Unterernährung beleuchtet. Auch Kontroversen, wie jene um die Förderung einer kleinbäuerlichen oder industrialisierten Landwirtschaft, werden thematisiert.

UAR Working Paper No. 17 (Reitz)

Effects of TVET on the well-being of youth from low socioeconomic backgrounds. Evidence from the Don Bosco Technical Institute in Ashaiman, Ghana, UAR Working Paper No. 17
Reitz, Christina

Von politischen Entscheidungsträgern im globalen Süden als ein Instrument zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und Armut wahrgenommen erlebt die berufliche Bildung seit einem Jahrzehnt eine Renaissance. Während die wissenschaftliche Forschung ihren Schwerpunkt auf die (makro)ökonomischen Effekte richtet und es kaum qualitative empirische Untersuchungen von Wirkungen einer Berufsbildungsteilnahme auf der Individualebene gibt, bietet diese Arbeit eine umfassende Perspektive auf berufliche Bildung durch die Untersuchung der Effekte einer Berufsbildungsteilnahme auf das allgemeine Wohlergehen Jugendlicher mit einem schwachen sozioökonomischen Hintergrund. Die Erkenntnisse dieser Arbeit basieren auf indikativen Daten einer Feldstudie, welche im Jahr 2014 durchgeführt wurde, und auf persönlichen Interviews mit Berufsbildungsabsolvent/innen des Don Bosco Technical Institute in Ashaiman, Ghana, und Arbeitgebervertretern aus der Industrie zwecks Datentriangulation fußt.

Schlüsselwörter: Berufliche Bildung, Wohlergehen, Jugend, Ghana, Don Bosco Technical Institute

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