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Abschluss-Fachtagung des INEF-Forschungsprojekts „Wege aus extremer Armut, Vulnerabilität und Ernährungsunsicherheit“
10. – 11. September 2019, Duisburg

Vom 10. bis 11 September 2019 fand die Abschluss-Fachtagung des INEF-Forschungsvorhabens „Wege aus extremer Armut, Vulnerabilität und Ernährungsunsicherheit“ mit unterschiedlichen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) im Gerhard-Mercator-Haus in Duisburg statt.

Das Forschungsvorhaben wird vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger (SEWOH) seit Oktober 2015 gefördert. Es hat zum Ziel, Empfehlungen für die deutsche staatliche EZ zu entwickeln, wie die Menschen, die am stärksten unter Armut und Ernährungsunsicherheit leiden, besser erreicht werden können (weitere Informationen zum Vorhaben hier). Konzeptionell wurde das Vorhaben mit Unterstützung einer Reihe von wichtigen deutschen Nichtregierungsorganisationen auf den Weg gebracht. Im Laufe der vergangenen vier Jahre wurden umfassende Recherchen und Untersuchungen in Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Kambodscha und Kenia zu den folgenden Fragestellungen durchgeführt:

• Führen die untersuchten Maßnahmen tatsächlich wirksam und dauerhaft aus Armut und Ernährungsunsicherheit heraus? Welche Maßnahmen haben sich dabei in welchem Kontext als sehr erfolgreich erwiesen?
• Erfolgt bei den Vorhaben wirklich eine Berücksichtigung der ärmsten und am schwersten erreichbaren Menschen? Wie werden diese identifiziert?
• Mit welchen Maßnahmen kann Kleinbäuerinnen und -bauern wirksam und dauerhaft aus Armut und Ernährungsunsicherheit geholfen werden? Welche Rolle spielen der Zugang zu Land und die Landnutzung dabei?
• Mit welchen Maßnahmen erreicht man die extrem Armen am wirksamsten? Wie kann man sie dabei unterstützen, Resilienz aufzubauen? Wie ist es möglich, auch die ultraarmen Menschen zu erreichen?

Ziel des Workshops war es, zum Ende der Projektlaufzeit (Dezember 2019) die übergreifenden Untersuchungsergebnisse und Schlussfolgerungen im Kreis der EZ-Organisationen vorzustellen und mit den Teilnehmenden zu diskutieren. Die Tagung gliederte sich in die folgenden Themenblöcke, die die Schwerpunktbereiche des Forschungsvorhabens darstellen bzw. die als Querschnittsthemen bei den Untersuchungen stets mitberücksichtigt wurden:

• Themenblock I: Zugang zu Land und Landsicherheit
• Themenblock II: Wertschöpfungsketten und die Rolle von Kleinbäuerinnen und –bauern
• Themenblock III: Querschnittsthema Gender
• Themenblock IV: Soziale Sicherung
• Themenblock V: Querschnittsthema Partizipation und soziokulturelle Aspekte

Nach der Begrüßung und Einführung durch Prof. Dr. Tobias Debiel, Direktor des INEF und Projektleiter, sowie Dr. Karin Gaesing präsentierten die drei ProjektmitarbeiterInnen Prof. Dr. Frank Bliss, Dr. Karin Gaesing und Jana Herold die Ergebnisse des Vorhabens. Diese wurden jeweils von ExpertInnen für die einzelnen Themenbereiche kommentiert und von den teilnehmenden VertreterInnen der EZ-Organisationen rege diskutiert.
Die Kommentare und Anregungen der TeilnehmerInnen werden nun in abschließende Diskussionspapiere eingearbeitet und in den kommenden Wochen über die INEF-Webseite veröffentlicht. Dabei handelt es sich um Beiträge:

I. zu Landrecht und Landzugang als Voraussetzung für armutsorientierte Agrarförderung und Ernährungssicherung,
II. zu den Chancen und Wirkungen der Förderung von Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Armut und Hunger,
III. zu Sozialen Sicherungssystemen immer dort, wo Menschen weder durch die Bereitstellung von Produktionsmitteln noch mit „gutem Rat” geholfen werden kann, sowie
IV. zur Berücksichtigung von Genderaspekten, umfassender Partizipation der Bevölkerung und der soziokulturellen Gegebenheiten im Vor- und Umfeld eines EZ-Vorhabens als Erfolgsbedingung für jede armutsorientierte Entwicklungsmaßnahme.

Die bisher publizierten Ergebnisse des AVE-Projekts finden sie hier.

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