Willkommen auf der SiB-Homepage

Der im Mai 2007 neu eingerichtete DVPW-Arbeitskreis "Soziologie der internationalen Beziehungen" ist hervorgegangen aus der beim DVPW-Kongress 2000 in Halle gegründeten Ad-hoc-Gruppe "Ideelle Grundlagen außenpolitischen Handelns" (IGAPHA). Der Arbeitskreis SiB arbeitet eng mit der Sektion "Internationale Politik" der DVPW zusammen.



Soziologie der internationalen Beziehungen

Erste Arbeitstagung des DVPW-Arbeitskreises "Soziologie der internationalen Beziehungen"
am 16./17. November 2007 in Berlin

Tagungsbericht
Programm der Ersten SiB-Arbeitstagung


Spurensuche: Zur Zukunft soziologischer Perspektiven in den Internationalen Beziehungen

Roundtable bei der Zweiten Offenen Sektionstagung Internationale Politik am 13. Juli 2007

Bei der Zweiten Offenen Sektionstagung der DVPW-Sektion "Internationale Politik" veranstaltete der Arbeitskreis "Soziologie der internationalen Beziehungen" am 13.07.2007 einen Roundtable mit dem Titel "Spurensuche: Zur Zukunft soziologischer Perspektiven in den Internationalen Beziehungen".

Bericht vom Roundtable


Beiträge zur Soziologie der internationalen Politik und ihrer Methoden

Sechste Arbeitstagung der DVPW-Ad-hoc-Gruppe "Ideelle Grundlagen außenpolitischen Handelns" im Rahmen des 23. wissenschaftlichen Kongresses der DVPW am 28. & 29. September 2006 in Münster

Diskursanalytische Methoden und soziologische Ansätze in der Analyse internationaler Politik standen im Mittelpunkt der zwei Panels, mit denen sich die Ad-hoc-Gruppe "Ideelle Grundlagen außenpolitischen Handelns" (IGAPHA) am Münsteraner DVPW-Kongress beteiligt hat. Dabei verdeutlichte Ruth Wodak (Wien/Lancaster) als Diskutantin des Panels "Diskursanalysen in den Internationalen Beziehungen", wie wichtig es ist, die jeweils untersuchten Textsorten präzise zu bezeichnen und möglichst differenziert zu unterscheiden. Anderenfalls drohe die weitere Entleerung des Diskurs-Begriffs und die Entwertung von Diskursanalysen. Es sei eine sehr positive Entwicklung, so Wodak, dass die detaillierte Analyse von Kommunikation inzwischen auch in der Politikwissenschaft größere Aufmerksamkeit gewinnt. Damit gingen aber auch, wie Wodak betonte, große Herausforderungen einher, insbesondere mit Blick auf die Gewährleistung einer Interdisziplinarität, die über rein eklektisches Zusammenführen einzelner Theorien und Konzepte aus unterschiedlichen Disziplinen hinausgehe.


Die auf dem ersten IGAPHA-Panel diskutierten Papiere von Angela Oels, Hamburg ("Von Governance zu Gouvernementalität: Der Mehrwert einer Diskursanalyse nach Foucault für die internationale Politik - das Beispiel Klimapolitik"), Anna Holzscheiter, Berlin ("Macht des Diskurses oder Macht im Diskurs? Der Wandel eines globalen Verständnisses von Kindheit im Rahmen der Verhandlungen zur VN-Kinderrechtskonvention") und Andreas Wimmel, Wien ("Jenseits des Bosporus? Der öffentliche Diskurs um die EU-Mitgliedschaft der Türkei in deutschen, französischen und britischen Qualitätszeitungen") zeigten nicht nur die methodische Vielfalt diskursanalytischer Herangehensweisen, sondern auch die große Spannbreite relevanter Texte und Debatten, die von Bedeutung für die internationale Politik sind: von Aussagen von Delegationsleitern in internationalen Verhandlungsprozessen bis hin zu Kommentaren in überregionalen Tageszeitungen.


Soziologische Theorieansätze für die Analyse internationaler Politik standen im Mittelpunkt des zweiten IGAPHA-Panels am Freitag-Vormittag in Münster. Thorsten Bonacker (Marburg) beschäftigte sich in seinem Vortrag "Die Modernität postnationaler Konflikte. Ein Beitrag zur Soziologie der internationalen Politik" mit den makrosoziologischen Theorieansätzen von S. Eisenstadt und J. Meyer als Beitrag zur Überwindung des methodologischen Nationalismus und zum besseren Verständnis der gegenwärtigen globalen Konfliktkonstellation. Oliver Kessler (Bielefeld) begab sich in seinem Vortrag "Die Frage nach der Politik in der Weltgesellschaft" auf die Suche nach einem angemessenen Politikbegriff in systemtheoretischen Ansätzen der Internationalen Beziehungen und verdeutlichte, dass Luhmanns Politikbegriff ("Politik der Gesellschaft") nicht ausreicht, um damit die internationale Politik bzw. die Politik in der Weltgesellschaft zu beobachten. Jens Steffek (Bremen) thematisierte die unterschiedlichen Rollen von Individuen/Bürgern und Regierungen für das Zustandekommen internationaler Verträge und deren Legitimation - unter dem Titel "Die Legitimation internationalen Regierens: Vom Staatenkonsens zum Bürgerkonsens?" -, um die Bedeutung normativer Überzeugungen von Individuen - und damit auch soziologischer Theorieansätze - zu verdeutlichen.


In seinem Kommentar zu den drei Vorträgen ging Stephan Stetter (Bielefeld) vor allem darauf ein, welche Leerstellen in klassischen IB-Ansätzen durch Theorien und Analysekonzepte der Soziologie gefüllt werden könnten und wie sich die Beiträge von Bonacker, Kessler und Steffek in eine "Soziologie der internationalen Beziehungen" einfügen. Sein Kommentar bot zugleich einen Ausblick auf wichtige Fragestellungen, die im Zentrum der nächsten, für Sommer 2007 geplanten IGAPHA-Arbeitstagung stehen werden (siehe den Call for Papers oben). Außerdem fand im Rahmen des DVPW-Kongresses in Münster die Mitgliederversammlung der Ad-hoc-Gruppe "Ideelle Grundlagen außenpolitischen Handelns" statt (Bericht Mitgliederversammlung).


Jetzt erschienen:

Konstruktivistische Analysen der internationalen Politik,

herausgegeben von Cornelia Ulbert & Christoph Weller,
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005.

Rezension von Jan W. Meine in: geschichte.transnational


Stand und Perspektiven konstruktivistischer Analysen internationaler Politik

Fünfte Arbeitstagung der DVPW-Ad-hoc-Gruppe "Ideelle Grundlagen des außenpolitischen Handelns" im Rahmen der Tagung der DVPW-Sektion "Internationale Politik" am 6. - 8. Oktober 2005 an der Universität Mannheim

Das Panel zu "Stand und Perspektiven konstruktivistischer Analysen internationaler Politik" im Rahmen der Sektionstagung der DVPW-Sektion "Internationale Politik" verfolgte das Ziel, die in der deutschsprachigen Disziplin der Internationalen Beziehungen geführte Debatte zum Stand konstruktivistischer Forschungen aus dem Sammelband von Gunther Hellmann/Klaus Dieter Wolf/Michael Zürn ("Die neuen Internationalen Beziehungen", Baden-Baden: Nomos 2003) aufzunehmen und aus der Perspektive neuerer konstruktivistischer Analysen der deutschsprachigen IB-Forschung kritisch zu beleuchten und auszuweiten. Eingangs widmete sich Cornelia Ulbert in ihrem Beitrag "Konstruktivistische Analysen der internationalen Politik: Von den Höhen der Theorie in die methodischen Niederungen der Empirie" einer Bestandsaufnahme konstruktivistischer Forschungen. Dabei überprüfte sie sowohl die epistemologischen und ontologischen Ausgangsannahmen, aber auch die bislang etwas weniger diskutierte Ebene der methodischen Herangehensweisen auf ihren "konstruktivistischen" Charakter hin. Der Beitrag von Christoph Weller "Theoretische und erkenntnistheoretische Konsequenzen konstruktivistischer Analysen internationaler Politik" knüpfte an die ontologische und epistemologische Bestandsaufnahme konstruktivistischer Analysen des ersten Beitrags an mit der Zielsetzung, aus der Perspektive eines "reflexiven Konstruktivismus" die erkenntnistheoretischen Schlussfolgerungen herauszuarbeiten, die sich für eine wissenschaftliche Analyse insbesondere von ideellen Erklärungsfaktoren ergeben. Das Papier von Matthias Ecker-Ehrhardt "Warum Normen wichtig sind, aber nicht alles - zur Bedeutung von Sach- und Kausalwissen für eine konstruktivistische Analyse öffentlicher Debatten" wiederum stellte ebenfalls eine spezifische Form ideeller Erklärungsfaktoren, nämlich Sach- bzw. Kausalwissen, in den Mittelpunkt. Anhand der Ergebnisse einer empirischen Studie zur deutschen Debatte um die EU-Osterweiterung zeigte er auf, dass die Analyse von Sach- bzw. Kausalwissen auch in normativ aufgeladenen Kontexten bedeutsam ist. Gleichzeitig veranschaulichte er an dieser Studie, wie sich die im Beitrag von Cornelia Ulbert herausgearbeitete Vielfalt methodischer Herangehensweisen in konstruktivistischen Forschungsarbeiten mittels einer Diskursanalyse, die sowohl mit qualitativen als auch quantitativen Verfahren arbeitet, realisieren lässt. Die pointierten Nachfragen und Anmerkungen von Harald Müller als Discussant dieses Panels führten zu weiterer Klärung der Perspektiven, aber auch noch ungelöster Fragen konstruktivistischer Analysen internationaler Politik. Moderiert von Andrea Liese bot das Mannheimer Igapha-Panel einen sehr produktiven Diskurs über ontologische, epistemologische und methodologische Fragen konstruktivistischer Analysen, der von einem sehr zahlreich anwesenden Publikum mit großem Interesse verfolgt und durch ergänzende Diskussionsbeiträge bereichert wurde.


Außenpolitische Weltbilder: Entstehung - Wandel - Ausprägungen - Wirkungen

Vierte Arbeitstagung der DVPW-Ad-hoc-Gruppe "Ideelle Grundlagen außenpolitischen Handelns" in Kooperation mit dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg-Essen am 10. - 11. Dezember 2004 in Duisburg

Außenpolitische Entscheidungen setzen ein konkretes Bild der internationalen Welt bei den handelnden Akteuren voraus. Diese außenpolitischen Weltbilder sind nahezu ständig im Wandel begriffen, sie differieren sowohl zwischen Staaten als auch innerhalb von Staaten oder gar Administrationen. Ihre Analyse ist ein wichtiges Element zum Verständnis staatlicher Außenpolitik.

Internationale Spannungen, Kooperationsprobleme oder Meinungsverschiedenheiten haben ihre Ursache nicht selten in differierenden außenpolitischen Weltbildern. Den transatlantischen Verstimmungen im Kontext des Irak-Krieges, den europäischen Schwierigkeiten, zu einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik zu kommen, oder den Maßnahmen aktueller Krisenpolitik wie beispielsweise gegenüber dem Sudan, liegen nicht nur verschiedene außenpolitische Strategien und Interessen zugrunde, sondern auch unterschiedliche Einschätzungen und Perzeptionen der Welt der internationalen Beziehungen und der eigenen Rolle in dieser Welt bzw. in diesem Bild der Welt. Außenpolitische Entscheidungen werden auf der Grundlage solcher Weltbilder getroffen und gerechtfertigt und wirken zugleich auf den Wandel solcher Weltbilder zurück. Für ein Verständnis der internationalen Politik, ihrer Kooperationsmöglichkeiten (Global Governance) und Konfliktpotenziale ist folglich auch die intensive Betrachtung außenpolitischer Weltbilder, insbesondere ihres Wandels und ihrer Wirkungen, erforderlich.

Entstehung, Wandel, Ausprägungen und Wirkungen solcher außenpolitischen Weltbilder wurden bei der vierten Igapha-Arbeitstagung, die in Kooperation mit dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg-Essen am 10./11. Dezember 2004 in Duisburg wurde, thematisiert.


Wissenschaft und Öffentlichkeit in der Außen- und internationalen Politik - Analysen ihres Einflusses

Dritte Arbeitstagung der DVPW-Adhoc-Gruppe "Ideelle Grundlagen des außenpolitischen Handelns" im Rahmen des 22. wissenschaftlichen Kongresses der DVPW zum Thema "Politik - Wissenschaft - Öffentlichkeit" am 25. September 2003 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Beim DVPW-Kongress 2003 in Mainz bot die Ad-hoc-Gruppe "Ideelle Grundlagen außenpolitischen Handelns" am Vormittag des letzten Kongresstages eine Veranstaltung mit dem Titel "Wissenschaft und Öffentlichkeit in der Außen- und internationalen Politik - Analysen ihres Einflusses" an. In Anbetracht der großen Konkurrenz durch zeitgleich 24 parallel laufende Veranstaltungen fand die Veranstaltung in deutlich kleinerem Kreise als noch drei Jahre davor in Halle statt. Nach einem einführenden Referat von Christoph Weller (INEF/Universität Duisburg-Essen) stellten Anja Jetschke (Universität Freiburg), Birgit Locher (wiss. Referentin Landtag Baden-Württemberg/Universität Tübingen) und Stefanie Sifft (Universität Bremen) sehr gut aufbereitet Ergebnisse dreier abgeschlossener Fallstudien zu Menschenrechtswandel in Indonesien, zur Thematisierung von Frauenhandel in der EU und zur Umsetzung von EU-Gleichstellungsrichtlinien in Großbritannien vor. In allen drei Fällen konnten die Autorinnen einen Einfluss von "Öffentlichkeit" feststellen, wobei allerdings jeweils unterschiedliche Konzeptualisierungen von Öffentlichkeit vorlagen. In diesem Zusammenhang plädierte Matthias Ecker-Ehrhardt (Universität Bremen) in seinem sehr anregenden Kommentar dafür, im Gegensatz zu den normativen Konzeptualisierungen von Öffentlichkeit etwa in Anlehnung an Habermas einen eher pragmatischen Begriff von Öffentlichkeit zu wählen, der sich an die Vorstellung von Öffentlichkeit als einem Forum anlehnt, in dem Sprecher vor Publikum einem Rechtfertigungsbedarf nachkommen. Daran anknüpfend stellt sich dann die Frage, wo es relevante Öffentlichkeiten im Bereich der Internationalen Beziehungen gibt und wie diese beschrieben und theoretisch konzeptualisiert werden können. Im Mittelpunkt der Vorträge der Referentinnen und der nachfolgenden Diskussion stand neben dem bereits erwähnten Problem der theoretischen Konzeptualisierung vorrangig die Frage, über welche Wirkungsmechanismen vermittelt Öffentlichkeit einen Einfluss auf politische Prozesse ausüben kann und wie dieser methodisch nachgewiesen werden kann. In ihren empirischen Studien hatten die Autorinnen den Weg der Prozessanalyse verknüpft mit diskursanalytischen Verfahren gewählt, um eine Wirkung von Öffentlichkeit aufzeigen zu können.


Ergebnisse konstruktivistischer Analysen der internationalen Politik

Zweite Arbeitstagung der Ad-hoc-Gruppe "Ideelle Grundlagen außenpolitischen Handelns" (IGAPHA) vom 8. - 10. Oktober 2001 in in der Ev. Akademie Hofgeismar (nahe Kassel)

Die zweite Arbeitstagung der Ad-hoc-Gruppe "Ideelle Grundlagen außenpolitischen Handelns" (IGAPHA) fand vom 8. bis 10. Oktober 2001 in der Ev. Akademie Hofgeismar statt. Die dort präsentierten 14 Papiere und 5 Posters zu Normen, Identitäten, Weltbildern, Ideen und Wirklichkeitskonstruktionen in der internationalen Politik, ihrer Entstehung und Durchsetzung, ihres Wandels und ihrer Wirkungen wurden in sieben Panels eingehend diskutiert.

Zu den sehr produktiven Debatten der Tagung trugen nicht nur die sorgfältig ausgearbeiteten, empirisch gehaltvollen und umfangreichen Papiere bei, sondern auch die Panel-Kommentatoren (Prof. Dr. Frank Nullmeier, Dr. Thomas Diez, PD Dr. Horst Hegmann, Prof. Dr. Markus Jachtenfuchs, Prof. Dr. Gunther Hellmann, PD Dr. Frank Schimmelfennig, Prof. Dr. Christoph Scherrer, Prof. Dr. Stefano Guzzini) mit ihren eingehenden und ausführlichen Anmerkungen zu den Papieren.

Besondere Aufmerksamkeit fand am Ende die Zusammenschau der konstruktivistischen Diskussionen von drei Tagen durch Stefano Guzzini, der auf die systematischen Probleme konstruktivistischer Analysen aufmerksam machte und zugleich die großen Chancen empirischer Studien in diesem Feld für die IB-Debatte betonte. Er schlug damit den Bogen zum Beginn der Tagung, an dem Cornelia Ulbert und Christoph Weller in ihrer Einführung die konzeptionellen, theoretischen und erkenntnistheoretischen Aspekte konstruktivistischer Analysen der internationalen Politik vorgestellt und intensiv erörtert hatten.


Stand der Forschung, empirische Analysen, Forschungsperspektiven

Erste Arbeitstagung der Ad-hoc-Gruppe "Ideelle Grundlagen außenpolitischen Handelns" (IGAPHA) im Rahmen des DVPW-Kongresses in Halle am 5. Oktober 2000

Die über 50 TeilnehmerInnen am letzten Kongreß-Nachmittag in Halle verdeutlichten das große Interesse insbesondere der jüngeren PolitikwissenschaftlerInnen an konstruktivistischen Herangehensweisen bei der Analyse von Außenpolitik und internationalen Beziehungen. Mit dieser ersten Tagung zum Stand der Forschung konnte nach einigen vorbereitenden Kolloquien und Workshops zu "Kultur und Identität in den Internationalen Beziehungen" ein breiter Kreis von WissenschaftlerInnen erreicht werden, der großes Interesse an einer aktiven Mitarbeit in dieser Ad-hoc-Gruppe zeigte.

Zu Beginn des Treffens erläuterte Cornelia Ulbert die Ziele und geplanten Projekte der Ad-hoc-Gruppe, die sich als offenes Diskussionsforum für alle reflexiv-interpretativ-konstruktivistischen Untersuchungsperspektiven in den Internationalen Beziehungen versteht. Die Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, vorliegende und laufende Forschungsarbeiten in diesem Feld zusammenzuführen, um gegenseitig Anregungen und Erfahrungen auszutauschen sowie systematisch Einblicke in die unterschiedlichen Herangehensweisen zu gewinnen und damit zu einer Weiterentwicklung konstruktivistischer Forschungsperspektiven in den Internationalen Beziehungen beitzutragen.

Neben der Kurzpräsentation von 11 laufenden Forschungsprojekten wurden außerdem zwei Referate intensiv und ausführlich diskutiert:

Ein Großteil der in Halle präsentierten Papiere und Forschungsprojekte ist für alle Interessierten über die Homepage der Ad-hoc-Gruppe zugänglich - auch als Einladung zu weiterer Diskussion und Vernetzung:


Themenfelder der DVPW-Ad-hoc-Gruppe "Ideelle Grundlagen außenpolitischen Handelns" (IGAPHA)

Ideen, Normen, Werte, Weltbilder, Kultur oder Identitäten erfahren in letzter Zeit zunehmende Beachtung als Erklärungsfaktoren für staatliches Handeln in der internationalen Politik, aber ihre Anerkennung im theoretischen IB-Diskurs setzt jeweils zunächst die Zurückweisung bzw. Widerlegung einer scheinbar "einfacheren" Erklärung anhand materieller Faktoren wie Militärkapazitäten oder Wirtschaftspotentiale voraus. Aus einer konstruktivistischen Perspektive stellt sich die Frage, welche Bedeutung sowohl materielle als auch nichtmaterielle Faktoren für das subjektive Handlungskalkül der jeweiligen Akteure besitzen. Indem somit den ideellen Grundlagen (außen-) politischen Handelns derselbe theoretische Status wie materiellen Faktoren zukommt, eröffnet sich ein erweitertes Erklärungspotential, nicht nur für "weiche" außenpolitische Handlungsfelder wie die Entwicklungs-, Umwelt- oder Menschenrechtspolitik, sondern auch für die Sicherheits- und Außenwirtschaftspolitik, insbesondere von demokratischen Staaten, in denen der rhetorische Bezug auf Normen und Werte zur innenpolitischen Legitimation außenpolitischen Handelns alltägliche Praxis ist.

Ziel dieser Ad-hoc-Gruppe ist es, die ideellen Grundlagen außenpolitischen Handelns von ihrem Status einer Residual-Kategorie innerhalb der IB-Theorie zu befreien. Hierzu erscheint es sowohl notwendig, die vorliegenden und laufenden Forschungen in diesem Feld zusammenzuführen, um gegenseitig Anregungen und Erfahrungen auszutauschen, als auch den Versuch zu starten, die vielfältigen Herangehensweisen im Hinblick auf die Entwicklung eines systematischen Forschungsprogramms zusammenzuführen. Dabei geht es insbesondere um die folgenden drei Forschungsfelder:

Mit der Zusammenführung dieser Themenfelder und der damit einhergehenden unterschiedlichen Perspektiven soll gezielt sowohl über die älteren Perzeptionsanalysen als auch über aktuelle Engführungen (sozial-) konstruktivistischer Ansätze hinausgegriffen werden, um die Wechselwirkungen erfassen zu können, die zwischen (außen-) politischem Handeln und der ideellen Struktur der internationalen Politik bestehen. Nachdem in soziologisch inspirierten IB-Ansätzen und der Akteur-Struktur-Debatte betont wird, daß es sich auch beim internationalen System um eine primär soziale Struktur handelt und sich darin Akteure und Strukturen gegenseitig konstituieren, sind die ideellen Grundlagen außenpolitischen Handelns sowohl Motiv als auch Produkt dieses Handelns und daher in dieser Doppelfunktion analytisch ins Auge zu fassen.