Publikationen

INEF-Report Heft 111/2016

Terrorism: Undefinable and Out-of-Context? Reconceptionalizing Terrorism as a Context-Specific Tactical Tool, INEF-Report 111
Hippler, Jochen

Die wissenschaftliche Forschung zu und die Diskussion über “Terrorismus” leiden immer noch an dem mangelnden Konsens darüber, wie der Begriff und damit das Forschungsfeld überhaupt definiert werden sollten, an der oft vagen und widersprüchlichen praktischen Begriffsverwendung, an der Politisierung des Begriffs und seiner Verwendung als politische Diskreditierungsfloskel und daran, den Terrorismusbegriff aus den politischen Kontexten zu lösen, die terroristische Praktiken hervorbringen. Der Report untersucht diese konzeptionellen Schwächen der Terrorismusforschung und formuliert im ersten Teil einige Vorschläge, wie mit ihnen umgegangen werden sollte. Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass bei der Analyse von Terrorismus die politischen Kontexte in Mittelpunkt stehen sollten, die ihn hervorbringen. Dies wird am Beispiel von Bürgerkriegen und gewaltsamen Aufständen illustriert, die dafür von besonderer Bedeutung sind. Die Studie kommt zum Schluss, dass Terrorismus keine Ideologie ist, keine Kategorie der Kriegführung, nur selten eine Strategie, sondern in der Regel ein taktisches Instrument, das im jeweiligen politischen Kontext analysiert werden muss.

INEF-Report Heft 110/2016

Assessing Business-Related Impacts on Human Rights. Indicators and Benchmarks in Standards and Practice, INEF-Report 110
Tromp, Dylan

Die vorliegende Studie möchte einen Beitrag dazu leisten, dass Staaten, Unternehmen und andere Akteure ihre Politik und Praxis der Achtung von Menschenrechten durch Unternehmen gestalten können. Hierzu schlägt die vorliegende Studie konkrete, auf grundlegenden Prinzipien basierende Indikatoren vor, mit denen die menschenrechtlichen Auswirkungen von Handlungen abgeschätzt werden können, an denen Unternehmen beteiligt sind. Darüber hinaus identifiziert die Studie zahlreiche verschiedene Kontexte, in denen die Anwendung der Indikatoren dazu beitragen kann, staatliche Maßnahmen zum Schutz von Rechteinhabern zu stärken, sowohl was Recht, Rechtsprechung, Politik, Regulierung oder auch die Mitwirkung in multilateralen, internationalen und regionalen Organisationen anlangt. Zudem zeigt die Studie auch auf, wie die Indikatoren angewandt werden können, um existierende privatwirtschaftliche Ansätze der Umsetzung von Unternehmensverantwortung zum Schutz von Menschenrechten zu stärken, vor allem im Hinblick darauf, wie menschenrechtliche Risiken und Auswirkungen eingeschätzt werden können, die aus unternehmerischem Handeln und wirtschaftlicher Verflechtung entstehen können.

Fragmentierte Friedenssicherung: Potenziale und Probleme polyzentrischen Regierens in gewaltzerrütteten Gesellschaften
Debiel, Tobias

Statebuilding
Debiel, Tobias / Rinck, Patricia

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Peace Report 2016
Johannsen, Margret / Schoch, Bruno / Mutschler, Max M. / Hauswedell, Corinna / Hippler, Jochen (Eds.)

“Causes of flight in focus: Assuming responsibility”:

The refugee topic is dividing European and German society. Solidarity and a high degree of willingness to help are counterbalanced by rising xenophobia and nationalist isolation. Is the area of freedom, security and justice only there in good times and only for EU citizens? We investigate the shortcomings of European immigration policy and the threats to the European peace project.
War and civil war, repression and terror, state failure and lack of social perspectives are driving millions of desperate people to seek a better future somewhere else. Many had initially found refuge in neighbouring countries. They risk the dangerous journey to Europe because no end to the violence in their home countries is in sight, UN aid has been reduced and living conditions in Europe give them hope. How can Europe ensure humane treatment and meet its shared responsibility for the causes of flight?

The power struggles in Syria and in Iraq have expanded into the largest war currently being waged. An element of the conflict is the terrorism of the self-proclaimed Islamic State (IS), a group which also evolved as a response to efforts by the West to exert hegemonial influence in the region. ISIS is inspiring violent criminal acts in major European cities and has led to higher levels of mistrust toward Muslim citizens and toward refugees. How can we effectively combat terrorism, hatred and marginalization?
Aggressive power politics, renationalization, and transnational perpetrators of violence are destabilizing the existing international order within Europe as well. Military intervention and a new arms race are threatening to poison international relations. How to deal with authoritarian regimes, how to resolve conflicts through civil means?

The Peace Report is published on behalf of the five German peace research institutes by Margret Johannsen, Bruno Schoch, Max M. Mutschler, Corinna Hauswedell and Jochen Hippler, with funding from the German Foundation for Peace Research.

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Flight and causes of flight
Hippler, Jochen

Dieser Beitrag ist im Peace Report 2016 erschienen.

Weitere Artikel und Informationen zum Friedensgutachten finden Sie unter den INEF-Serien.

Die Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)

Die Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
Schnellhammer, Christine (u.M.v. Geerkens, Nina / Hamm, Brigitte)

Neben großen Transnationalen Unternehmen (TNU) sind auch KMU zunehmend in globale Produktionsnetzwerke eingebunden. Aufgrund ihrer wirtschafts- und entwicklungspolitischen Bedeutung erscheint eine stärkere Berücksichtigung dieses Unternehmenstyps im Kontext der Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte erforderlich. Damit KMU ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht erfüllen können, brauchen sie geeignete Instrumente und Umsetzungsstrategien. Die vorliegende Studie untersucht die bestehenden Leitfäden auf ihre KMU-Tauglichkeit und erörtert hierzu in einem ersten Schritt zentrale Herausforderungen, Bedarfe und Potentiale von KMU bei der Umsetzung ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht. Im Ergebnis haben KMU neben vielen Gemeinsamkeiten mit TNU mitunter sehr spezifische Bedarfe, weshalb einige der existierenden Instrumente für KMU nur bedingt anwendbar sind. Das Hauptproblem besteht jedoch im geringen Bekanntheits- und Verbreitungsgrad bestehender Instrumente. Daneben identifiziert die Studie einen hohen Bedarf an anderen Formen von Unterstützung, die durch den engen Fokus auf klassische Instrumente in der Debatte bislang vernachlässigt wurden.

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Why do Wine Producers seek a Fairtrade Certification? Perspectives from the Western Cape, South Africa, UAR Working Paper No. 14
Fusenig, Mirjam

Die Fairtrade-Bewegung in der südafrikanischen Weinindustrie ist einzigartig, da sie im Jahr 2003 aus einer Initiative lokaler Produzenten entstand. Seitdem hat die Anzahl der Fairtrade-zertifizierten Weingüter stetig zugenommen. Die Einbeziehung von Lohnarbeiter-Plantagen in das Fairtrade-System hat zur wissenschaftlichen Diskussion geführt. Forschungsergebnisse zu Perspektiven der Manager solcher Plantagen gibt es allerdings wenige. Daher hat diese Studie das Ziel, die Motivation südafrikanischer Weinproduzenten für den Erwerb einer Fairtrade-Zertifizierung zu untersuchen. Die Studie basiert auf einem konzeptuellen Rahmen, der sich aus Isomorphismus und Legimitationsstrategien zusammensetzt – Bestandteile zweier Theorien, die oft zur Analyse der Sozial- und Umweltberichterstattung von Unternehmen eingesetzt werden. Die Haupterkenntnis dieser Studie unterstützt jene Thesen, die besagen, dass der Faire Handel auf den gleichen Marktkräften beruht wie der konventionelle Handel. Zwar wurde Fairtrade in der südafrikanischen Weinindustrie von lokalen Produzenten initiiert, doch haben nach und nach internationalen Importeure die Macht übernommen. Es bleibt fraglich, ob solch erzwungene Standards zu einer nachhaltigen Veränderung der Weinindustrie führen können.
Schlüsselwörter: Fairtrade, Isomorphismus, Legitimität, Organisatorisches Verhalten, Soziale Verantwortung, Südafrika, Weinindustrie

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Paving the Way for Investment in Geothermal Power Deployment in Developing Countries, UAR Working Paper No. 13
Adisorn, Thomas

Geothermie-basierte Stromproduktion ist einzigartig, beispielsweise aufgrund
geringer Emissionen und gleichzeitiger Bereitstellung von Grundlastelektrizität.
Einige Entwicklungsländer haben enorme geothermische Potenziale und sind somit in der Lage, klimaneutralen Strom für ihre wachsenden Ökonomien und
Bevölkerungen bereitzustellen. Allerdings erschweren Barrieren die Umsetzung von geothermie-basierter Stromproduktion. Im Zuge der Studie wurden folgende Barrieren bestimmt: Finanzierungsbarrieren, institutionelle Barrieren und Unsicherheit, Mangel an Humankapital, Informationsbarrieren und sozialer
Widerstand. Durch Literatur-gestützte Analyse für die Fallstudien Indonesien und
Kenia, die bereits über enorme geothermische Kapazitäten verfügen, werden
Handlungsoptionen identifiziert, die dazu beitragen, die genannten Barrieren zu
überwinden. Folglich bietet diese Studie Empfehlungen v.a. für Entwicklungsländer, um geothermie-basierte Stromproduktion umzusetzen und damit einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten.
Keywords: Geothermie-basierte Stromproduktion, Klimawandel,
Entwicklungsbarrieren, Investitions- und Politikrahmen, Indonesien, Kenia,
Entwicklungsländer

 Journal of Intervention and Statebuilding Vol. 10 No. 2

From Promoting to De-emphasizing ‘Ethnicity’: Rethinking the Endless Supervision of Kosovo
Bargués-Pedreny, Pol

Die Strategie internationaler Statebuilder, ein friedliches und multi-ethnisches Kosovo zu erzielen, hat sich gewandelt: Von einer Top-Down Institutionalisierung einer multi-ethnischen Gesellschaft zur Zeit der UNMIK (1999-2008) hin zu einer neutralen und technischen Verwaltung der Gesellschaft mit einem Fokus auf die Reduktion ethnischer Teilung (EULEX und ICO nach 2008). Trotz dieses Wandels im Verständnis von Statebuilding, identifiziert der Artikel dominante Spannungen zwischen den Praktikern in beiden Perioden. Er teilt mit anderen Studien die Einschätzung, dass weitere internationale Unterstützung der Schlüssel zu einem tatsächlich inklusiven Frieden ist. Diese geteilte Annahme, so wird argumentiert, basiere auf dem Glauben, dass die Probleme des Kosovo in einem „ethnisches Denken“ begründet sind; einer psycho-sozialen Dysfunktion. Die psycho-soziale Rahmung der Probleme – unabhängig davon, ob der Lösungsprozess ethnische Differenzen betont oder nicht – beinhaltet ein konstantes und zeitlich unbegrenztes Internationales Management des Kosovo.

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