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Veranstaltung zum Friedensgutachten 2016
Abendforum der Evangelischen Akademie zu Berlin am 7. Juni 2016

Über die Ursachen von Fluchtbewegungen wissen wir viel. Es mangelt nicht an Expertise über die Situation in der Welt – und auch nicht an Kenntnis über die Versäumnisse, die zur Flucht beigetragen haben. Aber sind wir uns auch unserer doppelten Verantwortung bewusst? Einerseits für die Menschen, die Schutz und Hilfe suchen, und andererseits für die Ursachen dieser Bewegungen: verfallende Staatlichkeit und wachsende Ungleichheit.

Fluchtgeschehen und Flüchtlingspolitik verändern Europa. Neue Fragen entstehen: Wie sind europäische Werte durchsetzbar? Bedarf es dazu der Nationalstaaten mit ihren Möglichkeiten? Wer übernimmt in dieser Situation Verantwortung? Das ist mehr als eine technische Frage. Und ist dann das Abkommen der EU mit der Türkei nicht eher eine Externalisierung von Verantwortung? Kann ein Einwanderungsgesetz denen helfen, die aus purer Armut nach Europa kommen?

Das Friedensgutachten ist das gemeinsame Jahrbuch der Institute für Friedens- und Konfliktforschung in der Bundesrepublik. Es erscheint 2016 zum 30. Mal und wird nach der Vorstellung in der Bundespressekonferenz in der Evangelischen Akademie diskutiert. In Anknüpfung an den diesjährigen Schwerpunkt des Friedensgutachtens „Fluchtursachen in den Fokus. Verantwortung übernehmen“ wird in einem Podiumsgespräch der Frage nachgegangen, wie Europa durch Fluchtgeschehen und Flüchtlingspolitik verändert wird und in welche Richtung es sich verändern sollte.

Vorstellung und Podiumsdiskussion im Rahmen des Abendforums der Evangelischen Akademie zu Berlin:

Dienstag, 7. Juni 2016, 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr,
Französische Friedrichstadtkirche (Französischer Dom), Gendarmenmarkt 5, Berlin.

18.00 Uhr Begrüßung
Dr. Rüdiger Sachau, Evangelische Akademie zu Berlin

18.10 Uhr
Einführung: Fluchtursachen im Fokus – Verantwortung übernehmen
Dr. Margret Johannsen, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH)

18.30 Uhr Diskussion
Europas doppelte Verantwortung
Mit:
Staatsminister Michael Roth, Auswärtiges Amt
Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK)
PD Dr. Andreas Heinemann-Grüder, Bonn International Center for Conversion (BICC)
Moderation: Bettina Gaus, Journalistin, taz – die tageszeitung, Berlin

Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten (siehe Programm).

Download: programm_abendforum_friedensgutachten2016.pdf