Die Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)

Die Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
Schnellhammer, Christine (u.M.v. Geerkens, Nina / Hamm, Brigitte)

Neben großen Transnationalen Unternehmen (TNU) sind auch KMU zunehmend in globale Produktionsnetzwerke eingebunden. Aufgrund ihrer wirtschafts- und entwicklungspolitischen Bedeutung erscheint eine stärkere Berücksichtigung dieses Unternehmenstyps im Kontext der Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte erforderlich. Damit KMU ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht erfüllen können, brauchen sie geeignete Instrumente und Umsetzungsstrategien. Die vorliegende Studie untersucht die bestehenden Leitfäden auf ihre KMU-Tauglichkeit und erörtert hierzu in einem ersten Schritt zentrale Herausforderungen, Bedarfe und Potentiale von KMU bei der Umsetzung ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht. Im Ergebnis haben KMU neben vielen Gemeinsamkeiten mit TNU mitunter sehr spezifische Bedarfe, weshalb einige der existierenden Instrumente für KMU nur bedingt anwendbar sind. Das Hauptproblem besteht jedoch im geringen Bekanntheits- und Verbreitungsgrad bestehender Instrumente. Daneben identifiziert die Studie einen hohen Bedarf an anderen Formen von Unterstützung, die durch den engen Fokus auf klassische Instrumente in der Debatte bislang vernachlässigt wurden.

Der Bericht steht hier zum Download bereit.

13.09.2016

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Why do Wine Producers seek a Fairtrade Certification? Perspectives from the Western Cape, South Africa - UAR Working Paper No. 14
Fusenig, Mirjam

Die Fairtrade-Bewegung in der südafrikanischen Weinindustrie ist einzigartig, da sie im Jahr 2003 aus einer Initiative lokaler Produzenten entstand. Seitdem hat die Anzahl der Fairtrade-zertifizierten Weingüter stetig zugenommen. Die Einbeziehung von Lohnarbeiter-Plantagen in das Fairtrade-System hat zur wissenschaftlichen Diskussion geführt. Forschungsergebnisse zu Perspektiven der Manager solcher Plantagen gibt es allerdings wenige. Daher hat diese Studie das Ziel, die Motivation südafrikanischer Weinproduzenten für den Erwerb einer Fairtrade-Zertifizierung zu untersuchen. Die Studie basiert auf einem konzeptuellen Rahmen, der sich aus Isomorphismus und Legimitationsstrategien zusammensetzt – Bestandteile zweier Theorien, die oft zur Analyse der Sozial- und Umweltberichterstattung von Unternehmen eingesetzt werden. Die Haupterkenntnis dieser Studie unterstützt jene Thesen, die besagen, dass der Faire Handel auf den gleichen Marktkräften beruht wie der konventionelle Handel. Zwar wurde Fairtrade in der südafrikanischen Weinindustrie von lokalen Produzenten initiiert, doch haben nach und nach internationalen Importeure die Macht übernommen. Es bleibt fraglich, ob solch erzwungene Standards zu einer nachhaltigen Veränderung der Weinindustrie führen können.

Das Working Paper steht zum Download bereit. Erfahren Sie hier mehr.

12.09.2016

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Paving the Way for Investment in Geothermal Power Deployment in Developing Countries -UAR Working Paper No. 13
Adisorn, Thomas

Geothermie-basierte Stromproduktion ist einzigartig, beispielsweise aufgrund
geringer Emissionen und gleichzeitiger Bereitstellung von Grundlastelektrizität.
Einige Entwicklungsländer haben enorme geothermische Potenziale und sind somit in der Lage, klimaneutralen Strom für ihre wachsenden Ökonomien und
Bevölkerungen bereitzustellen. Allerdings erschweren Barrieren die Umsetzung von geothermie-basierter Stromproduktion. Im Zuge der Studie wurden folgende Barrieren bestimmt: Finanzierungsbarrieren, institutionelle Barrieren und Unsicherheit, Mangel an Humankapital, Informationsbarrieren und sozialer Widerstand. Durch Literatur-gestützte Analyse für die Fallstudien Indonesien und Kenia, die bereits über enorme geothermische Kapazitäten verfügen, werden Handlungsoptionen identifiziert, die dazu beitragen, die genannten Barrieren zu überwinden. Folglich bietet diese Studie Empfehlungen v.a. für Entwicklungsländer, um geothermie-basierte Stromproduktion umzusetzen und damit einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten.

Das Working Paper steht zum Download bereit. Erfahren Sie hier mehr.

12.09.2016

 Journal of Intervention and Statebuilding Vol. 10 No. 2

Beiträge im "Journal of Intervention and Statebuilding"
Pol Bargués-Pedreny und Peter Finkenbusch

Interventionen seit dem Ende des Kalten Krieges sind zu einem zentralen Element des internationalen Systems geworden. Obwohl das „liberal peace“-Projekt zunehmend kritisiert wird, werden internationale Interventionen immer dauerhafter und umfangreicher. Pol Bargués-Pedreny erklärt dies in seinem Artikel From Promoting to De-Emphasizing ‘Ethnicity’: Rethinking the Endless Supervision of Kosovo mit einem internationalen Fokus auf ethnische Aspekte von Bürgerkriegen. Sobald Konflikte als ethnisch verstanden werden, entsteht ein dauerhafter Bedarf an therapeutischen internationalen Engagement. Peter Finkenbusch geht in seinem Artikel Expansive Intervention as Neo-Institutional Learning: Root Causes in the Merida Initiative der Frage nach, warum die Reichweite von Interventionspolitiken stetig zunimmt. Er argumentiert, dass ein neo-institutioneller Ansatz stets „tiefere“, informelle Institutionen ausmacht, an denen gearbeitet werden muss, bevor liberale Marktwirtschaften effektiv funktionieren können.

23.06.2016

Friedensgutachten 2016

Friedensgutachten 2016
Johannsen, Margret / Schoch, Bruno / Mutschler, Max M. / Hauswedell, Corinna / Hippler, Jochen

“Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlingspolitik solidarisch gestalten”. Mit dieser Forderung richten sich die Herausgeber und Herausgeberinnen des Friedensgutachten 2016 in diesem Jahr an die Bundesregierung und die Regierungen Europas. Anlässlich des dominierenden Themas in Politik und Medien stellt auch das diesjährige Friedensgutachten Flucht und Fluchtursachen in den Fokus, wobei diesen der zentrale Begriff der Verantwortung gegenübergestellt wird. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen Disziplinen beurteilen dabei die Konfliktrealität aus friedenspolitischer Perspektive und gehen beispielsweise auf die Konflikte im Irak und in Syrien sowie deren Auswirkungen auf die bereits instabile Region ein. Die Herausgeber und Herausgeberinnen Margret Johannsen (IFSH), Bruno Schoch (HSFK), Max M. Mutschler (BICC), Corinna Hauswedell (FEST) und Jochen Hippler (INEF) stützen ihre überspannende Stellungnahme auf diese Beiträge.

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08.06.2016

Attila Kisbenedek / AFP / Getty Images

Veranstaltung zum Friedensgutachten 2016
Abendforum der Evangelischen Akademie zu Berlin am 7. Juni 2016

Das Friedensgutachten ist das gemeinsame Jahrbuch der Institute für Friedens- und Konfliktforschung in der Bundesrepublik. Es erscheint 2016 zum 30. Mal und wird nach der Vorstellung in der Bundespressekonferenz in der Evangelischen Akademie diskutiert. In Anknüpfung an den diesjährigen Schwerpunkt des Friedensgutachtens „Fluchtursachen in den Fokus. Verantwortung übernehmen“ wird in einem Podiumsgespräch der Frage nachgegangen, wie Europa durch Fluchtgeschehen und Flüchtlingspolitik verändert wird und in welche Richtung es sich verändern sollte.

Auf einer Abendveranstaltung im Französischen Dom (Berlin) wird das diesjährige Friedensgutachten vorgestellt. Daneben wird in Anknüpfung an den Schwerpunkt des Friedensgutachtens 2016 „Fluchtursachen in den Fokus. Verantwortung übernehmen“ in einem Podiumsgespräch diskutiert, wie Europa durch Fluchtgeschehen und Flüchtlingspolitik verändert wird und in welche Richtung es sich verändern sollte. Erfahren Sie hier weitere Details zur Veranstaltung.

07.06.2016

Business and Human Rights in the Global Economy

Business and Human Rights in the Global Economy
Hamm, Brigitte (Hrsg.)

Die von INEF-Mitarbeiterin Dr. Brigitte Hamm herausgegebene Aufsatzsammlung „Business and Human Rights in the Global Economy“ richtet sich insbesondere an Studierende. Der Sammelband zeichnet den Diskurs nach, der 2011 zur Verabschiedung der UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte durch den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen führte. Diese Leitprinzipien gelten als das derzeit wichtigste Instrument zur Steuerung von Unternehmensverhalten in der globalen Wirtschaft. Die Menschenrechte bilden hierbei die normative Grundlage. Durch die Verknüpfung verbindlicher staatlicher Schutzpflichten für die Menschenrechte und einer auf Freiwilligkeit und Corporate Social Responsibility basierenden Vorstellung einer Unternehmensverantwortung für die Menschenrechte sollen durch die Umsetzung der Leitprinzipien globale Steuerungslücken geschlossen werden.

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12.01.2016

©AsianDevelopmentBank (CC-Flickr)

Neues Forschungsprojekt
Wege aus extremer Armut, Vulnerabilität und Ernährungsunsicherheit - Möglichkeiten einer besseren Erreichung extrem armer, vulnerabler und ernährungsunsicherer Bevölkerungsgruppen durch die staatliche deutsche Entwicklungszusammenarbeit

Am 1. Oktober 2015 startete ein neues Forschungsprojekt am INEF. Ziel des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderten Vorhabens ist es, Empfehlungen für die deutsche staatliche Entwicklungszusammenarbeit zu entwickeln, mit welchen Maßnahmen diese extrem arme, ernährungsunsichere und vulnerable Bevölkerungsgruppen erreicht und nachhaltig zu einem besseren Lebensstandard verholfen werden können.

Lesen Sie dazu mehr unter unseren Projekten.

19.11.2015

Deutsche Stiftung Friedensforschung

Neues Forschungsprojekt
Peacebuilding im Spannungsfeld internationaler und lokaler Wahrnehmungen Einsichten aus dem ‚Laboratorium‘ Bougainville

Das von der Deutschen Stiftung Friedensforschung geförderte Projekt thematisiert die Beziehungen und Interaktionen internationaler und lokaler Akteure in Peacebuilding-Prozessen. Es analysiert, wie sich Wahrnehmungen, Erwartungen, Einstellungen und Verhaltensweisen an der Schnittstelle von lokaler und internationaler Ebene verändern.

Weitere Informationen finden Sie hier .

12.10.2015

INEF Insights/Einblicke 2015

INEF Einblicke 2015

Das INEF gibt mit den INEF Einblicken 2015 in diesem Jahr erneut einen zusammenfassenden Überblick über seine aktuelle Abeit in Forschung, akademischer Kooperation und Politikberatung.

Neben einer Auswahl an Projekten und Publikationen sind diesjährige Besonderheiten der Rückblick auf das 25jährige Bestehen des INEF sowie die Vorstellung des neuen Forschungsprogramms unter dem Titel “Verantwortung in einer konfliktiven Weltgesellschaft”.

Die INEF Einblicke 2015 werden in Deutsch und Englisch verfasst und stehen hier zum Download bereit.

23.09.2015

Kooperationspartnerschaften des INEF

 

 

Im Feld der Anwendungsorientierung und Politikberatung arbeitet das INEF besonders eng mit der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) sowie der Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt) und der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung e.V. zusammen.

Im Feld der Forschung sowie der Graduiertenausbildung ist das INEF am Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21) sowie am UAR Graduate Centre for Development Studies beteiligt.

INEF Updates

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